Aktuelles

15.10.2015

Das "Unfinished Business“ der Mädchenrechte – der Weltmädchentag 2015

Mädchen werden auf vielfältige Weise benachteiligt, diskriminiert und stehen oft Gewalt schutzlos gegenüber. Um darauf aufmerksam zu machen wurde zum fünften Mal am 11.Oktober der „International Day of the Girl Child“, Welt-Mädchentag mit weltweiten Aktionen begangen, in Deutschland in 30 Städten vor allem durch viele Aktionsgruppen von Plan International.

Das BMZ-Gebäude in Berlin erstrahlt in Pink.

Seitdem ist es eine Tradition, dass weltweit prominente Gebäude in Pink angestrahlt werden, wie das Empire State Building in New York, die Universität Wien, das Karsltor in München, das Schauspielhaus in Hamburg oder wie oben das BMZ-Gebäude in Berlin.

In Nepal liefen mehr als 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer 42 Kilometer, um auf die Rechte von Mädchen aufmerksam zu machen. In Neu Dehli, Indien, starte Plan International eine Kampagne „Safer Cities – Sichere Städte für Mädchen“ und zahlreiche Schweizerinnen und Schweizer setzten am Hauptbahnhof in Zürich ein Zeichen für die Bildung von Mädchen. (vgl. www.plan.de/kampagnen... )

Malala Yousafzai

Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Thomas Silberhorn, nahm den Tag zum Anlass Malala Yousafzai zur Verleihung des Friedensnobelpreises zu gratulieren. (vgl. Pressemeldung des BMZ vom 10.10.15). Malala Yousafzai wurde 2012 von pakistanischen Taliban in den Kopf geschossen, weil sie In einem BBC-Blog seit 2008 über die Verhältnissen in ihrer von Taliban kontrollierten Heimat berichtete, in der Schulbesuche für Mädchen untersagt waren. Sie überlebte das Attentat und setzt sich seitdem weltweit für den Zugang zu Bildung und den Schutz  von Mädchen ein. Das junge Leben der inzwischen 18-Jährigen wurde kürzlich bereits verfilmt (vgl. www.henamedmemalalamovie.com )-

Das „Unfinished Business“

Um auf die Situation von Mädchen aufmerksam zu machen, veröffentlicht Plan International seit 2007 einen jährlichen Bericht, den „Because I am a Girl“-Report weltweit. Auf Einladung des BMZ stellten Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Plan International Deutschland e.V und die Schauspielerin Marion Kracht, Botschafterin für die Plan-Kampagne "Because I am a Girl" den neuen Bericht "Because I am a Girl: The State of the World's Girls 2015 - The Unfinished Business of Girls’ Rights" vor. (vgl. Pressemeldung des BMZ vom 06.10.15) Darin zieht Plan International eine geteilte Bilanz. Zwar werden bis Ende 2015 in zwei Drittel aller Länder gleich viele Mädchen und Jungen die Grundschule besuchen, doch den meisten bleibt der Zugang zu weiteführender Bildung immer noch verwehrt. Außerdem erfahren Mädchen nach wie vor massive Diskriminierung und Gewalt: 15 Millionen Mädchen werden vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet. 30 Prozent der 15 bis 19-jährigen Mädchen erfahren Gewalt durch eine ihnen vertraute Person.

The Power of the Adolescent Girl: Vision for 2030

Das Motto des diesjährigen  Weltmädchentags war „The Power of the Adolescent Girl: Vision for 2030” – Anlass für die Vereinten Nationen mit Verweis auf die gerade verabschiedeten globalen Entwicklungsziele Regierungen, Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft in die Pflicht zu nehmen und folgende Aktivitäten zur Förderung heranwachsender Mädchen zu fordern (vgl. www.un.org/en/events/girlchild/ ):

  • Mädchen durch hochwertige Aus- und Weiterbildung und  Zugang zu Technologien auf das Leben, die Arbeit und Führungstätigkeiten vorzubereiten.
  • Investitionen in Gesundheit, gesunde Ernährung und gesundheitlicher Aufklärung, einschließlich der Pubertät angepassten Bildung sowie der sexuellen und reproduktiven Gesundheitserziehung.
  • Förderung von Null-Toleranz gegen körperliche, geistige und sexuelle Gewalt
  • Bekämpfung von früher Heirat und weiblicher Genitalverstümmelung
  • Förderung geschlechtergerechte Gesetzgebung und Politik in allen Bereichen besonders für heranwachsende Mädchen, die behindert, verletzlich und marginalisiert sind, und (potentielle) Opfer von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung sind.

Hoffen wir, dass solche und weitere Aktionen helfen,  in 15 Jahren eine bessere Bilanz ziehen zu können.

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Autor: Burkhard Vielhaber | redaktionkinder-und-jugendrechte.de

Die Inhalte dieses Artikels geben die Meinung des Autors und nicht notwendigerweise die der Thementeam-Mitgliedsorganisationen wieder.

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