Aktuelles

26.01.2018

Geplante Aufnahmezentren für Flüchtlinge verstoßen gegen Kinderrechte

Statement zur Politik der Koalition für geflüchtete Kinder. UN Kinderrechtskonvention muss in Koalitionsverhandlungen berücksichtigt werden.

© World Vision

World Vision kritisiert entschieden die im Sondierungspapier von Union und SPD geplanten Aufnahme-, Entscheidungs- und Rückführungseinrichtungen (ANkER-Einrichtungen) und fordert die Verhandler auf, die Pläne aus dem Sondierungspapier aufzugeben.

Die geplanten Aufnahme-, Entscheidungs- und Rückführungseinrichtungen sind nicht kinderrechtskonform und Gift für das Kindeswohl. Das physische und psychische Wohlbefinden der in solchen Einrichtungen lebenden Kinder ist erheblich gefährdet. Ein kindgerechtes Leben ist hier nicht möglich. „Aufnahme- und Abschiebezentren sind für Kinder kein hinnehmbares Lebensumfeld“, so Gudrun Schattschneider, Leiterin Politik bei World Vision Deutschland. „Dort werden sie abgegrenzt, ausgegrenzt und haben keine Möglichkeit, sich ihrem Alter entsprechend zu beteiligen und mit anderen Kindern auszutauschen. Ihre Bildung, Gesundheitsversorgung, Wohnsituation und viele andere Aspekte ihres Lebens sind so stark eingeschränkt, dass es nicht mehr kindgerecht ist.“

World Vision fordert die Verhandler einer zukünftigen Koalition auf, die UN-Kinderrechtskonvention umzusetzen. Das heißt bei allen Maßnahmen, die Kinder betreffen, ist das Wohl des Kindes vorrangig zu berücksichtigen. Die Pläne, bundesweit ANkER-Einrichtungen zu etablieren, müssen deshalb ad acta gelegt werden.

Gudrun Schattschneider: „Laut UN-Kinderrechtskonvention sind wir verpflichtet alle Kinder in Deutschland gleich zu behandeln, ihnen gleiche Möglichkeiten und Chancen auf Entfaltung, Entwicklung und Beteiligung zu geben. Das gilt völlig unabhängig davon, wo die Kinder herkommen oder wie lange sie hierbleiben. Die geplanten ANKER-Einrichtungen stehen dem entgegen.“ (...)

Zurück zur Liste