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25.02.2019

Venezuela: Flucht vor Gewalt, Hunger und Perspektivlosigkeit

Seit 2015 sind rund 3,4 Millionen Menschen aus dem Land geflohen. Viele von ihnen erhoffen sich im benachbarten Kolumbien ein besseres Leben.

Isobel* und ihr Sohn Samuel* an der Grenze zwischen Venezuela und Kolumbien. © Glenna Gordon / Save the Children

Die Wirtschaftskrise, hohe Arbeitslosigkeit, weit verbreitete Gewalt und der Mangel an Nahrungsmitteln und Medikamenten haben in Venezuela haben dazu geführt, dass seit 2015 rund 3,4 Millionen Menschen aus dem Land geflohen sind. Viele von ihnen erhoffen sich im benachbarten Kolumbien ein besseres Leben.

Isobel* und ihr Sohn Samuel* waren 17 Stunden unterwegs, um die Grenze zu Kolumbien zu erreichen. Ihre 11-jährige Tochter musste sie bei Verwandten zurücklassen. Sie soll nachkommen, sobald Isobel* und ihr Mann einen Job in Kolumbien bekommen haben. In den letzten Monaten hat Isobel* nur eine Mahlzeit am Tag gegessen, damit ihre Kinder zwei oder drei Mal am Tag essen konnten.

Allein 2018 kamen mehr als 125.000 Kinder aus Venezuela nach Kolumbien – viele von ihnen ohne Eltern. Sie laufen Gefahr, von bewaffneten Gruppen rekrutiert zu werden oder in die Hände von Menschenhändlern zu fallen. Die Schulen und Krankenhäuser in Kolumbien sind vollkommen überfüllt.

Die meisten venezolanischen Familien müssen auch in Kolumbien um ihr Überleben kämpfen. Viele schlafen auf der Straße oder in verlassenen Gebäuden, ohne sanitäre Anlagen und unter katastrophalen hygienischen Bedingungen. Die Kinder leiden besonders, da sie von der Flucht oft traumatisiert sind und nicht zur Schule gehen können.

Save the Children leistet im benachbarten Kolumbien Nothilfe und unterstützt die geflüchteten Venezolaner u.a. mit Hygienesets, Wasserfiltern und Vorräten. Wir haben sieben Schutz- und Spielräume für Kinder eingerichtet, in denen Mädchen und Jungen psychosoziale Unterstützung erhalten, spielen und lernen können. Außerdem verteilen wir Schulmaterial und bilden Lehrpersonal weiter, damit sie auf die besonderen Bedürfnisse der geflüchteten Kinder eingehen können.

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