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20.08.2018

Wachsende Missachtung des humanitären Völkerrechts

Am Welttag der humanitären Hilfe beziehen Hilfsorganisationen Stellung

Eine Hebamme kontrolliert die Herztöne eines Babys in einem Rohingya-Flüchtlingscamp in Bangladesch. | © Jonathan Hyams / Save the Children

Im vergangenen Jahr wurden 139 humanitäre Helfer getötet, 102 verwundet und 72 entführt. Das ist die höchste Zahl an Todesopfern seit 2013. Seenothelferinnen und -helfer werden zudem zur Zielscheibe und zunehmend in ihrer Arbeit behindert. Grund genug für ein Bündnis von Hilfsorganisationen hierzu öffentlich Stellung zu beziehen:

 

SOS-Kinderdörfer

Welttag der humanitären Hilfe: 139 Todesopfer, wachsende Missachtung des humanitären Völkerrechts

München - In den Kriegsgebieten weltweit haben Überfälle, direkte Angriffe und Anschläge auf Mitarbeiter von Hilfsorganisationen zugenommen. Nach Schätzungen der SOS-Kinderdörfer weltweit wurden im vergangenen Jahr 139 humanitäre Helfer getötet, 102 verwundet und 72 entführt. Das sei die höchste Zahl an Todesopfern seit 2013, sagt Boris Breyer, stellv. Pressesprecher der Hilfsorganisation in München, anlässlich des Welttags der humanitären Hilfe am 19. August. „Es gibt viele Helfer, die unter schwersten Bedingungen Großartiges leisten, aber deren Arbeit wird immer gefährlicher“, so Breyer weiter. Das hinge zum einem mit dem Charakter vieler Konflikte zusammen, in denen die gegnerischen Parteien immer weniger Rücksicht auf die Bevölkerung nehmen und sogar Terror gegen Helfer als politisches Mittel einsetzen. Zum anderen führe die lange Dauer vieler Konflikte und die anhaltende extreme Armut in vielen Ländern dazu, dass sich Rechtlosigkeit und Kriminalität ausbreiten.

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Bündnis Entwicklung hilft

Seenothelferinnen und -helfer nicht zur Zielscheibe machen

Zum Internationalen Tag der Humanitären Hilfe am 19. August appelliert das Bündnis Entwicklung Hilft an die europäische Staatengemeinschaft, die Arbeit von Seenotretterinnen und -rettern im Mittelmeer nicht länger zu behindern. „Humanitäre Helferinnen und Helfer leisten in Notsituationen eine unverzichtbare Arbeit“, sagt Bündnis-Geschäftsführer Peter Mucke. „Sie dürfen dabei niemals zur Zielscheibe werden.“ Dies gilt für Angriffe auf Leib und Leben von Helferinnen und Helfern in Kriegsgebieten ebenso wie für die Kriminalisierung von privater Nothilfe, die derzeit Seenotretterinnen und –rettern im Mittelmeer widerfährt.

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Save the Children

Not a target: Welttag der humanitären Hilfe 2018

Krankenhäuser, Schulen und Büros von Hilfsorganisationen werden oft gezielt bombardiert. Allein im letzten Jahr starben 139 humanitäre Helferinnen und Helfer. Trotzdem riskieren sie jeden Tag ihr Leben im Einsatz für andere Menschen.

Dr. Mariam Aldogani arbeitet als Projektkoordinatorin für Save the Children im Jemen. Seit über drei Jahren herrscht dort Bürgerkrieg, das Land ist Schauplatz einer der größten humanitären Krisen weltweit. "Manchmal sehen wir Militärfahrzeuge vor uns", erzählt sie. "Dann sage ich 'Oh Gott, bitte jetzt kein Luftangriff, bitte, bitte'." Trotz aller Widrigkeiten findet Mariam Aldogani jeden Tag Motivation, weiterzumachen.

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